Was du vor dem Start brauchst
Für die erste Kampagne brauchst du vier Dinge: eine Firma mit Sitz in Deutschland oder einem anderen freigeschalteten Land, ein Angebot, das in ChatGPT beworben werden darf, eine Zielseite, die OpenAI erreichen kann, und eine Kreditkarte.
Der Sitz ist schnell geklärt. Entscheidend ist die Firma, die wirbt und die Rechnung bekommt. Deutschland gehört zu den freigeschalteten Ländern, seit dem 31. August 2026 kannst du hier selbst Kampagnen anlegen.
Bei der Branche lohnt sich ein genauer Blick, bevor du Zeit investierst. Kanzleien dürfen außerhalb der USA derzeit gar nicht werben, Gesundheits- und Finanzdienstleister grundsätzlich auch nicht. Ein Malerbetrieb, ein Shop für Gartenmöbel oder eine Sprachschule haben dagegen gute Karten. Was genau erlaubt ist, steht in den Werberichtlinien von OpenAI.
Die Zielseite muss für den Crawler OAI-AdsBot erreichbar sein, sonst kann OpenAI die Anzeige nicht prüfen. Wirf deshalb einen Blick in deine robots.txt und in die Firewall-Einstellungen deines Hosters. Am besten lässt du auch gleich OAI-SearchBot zu, das empfiehlt OpenAI ausdrücklich.
Wenn du vorher verstehen willst, was diese Werbung überhaupt ist und wer sie sieht, lies zuerst den Grundlagenbeitrag ChatGPT Werbung.
Schritt 1: Werbekonto anlegen
Du gehst auf ads.openai.com und meldest dich mit deinem OpenAI-Konto an. Nimm dafür ein Konto mit deiner geschäftlichen E-Mail-Adresse, nicht das private.
Danach hast du zwei Wege. Entweder du gibst deine Website-Adresse ein und lässt dir eine erste Anzeige vorschlagen, oder du gehst direkt in den Ads Manager und baust alles selbst. Beides führt zum selben Ziel. Die Schnellstart-Anleitung von OpenAI fasst diese ersten Schritte als Checkliste zusammen.
- Drei Namen eintragen. Der Kontoname ist nur für dich. Der Markenname steht später sichtbar an jeder Anzeige, also eher „Bad Muster“ als „Muster Sanitär GmbH & Co. KG“. Der rechtliche Name ist der aus dem Handelsregister und wird für Rechnung und Prüfung genutzt. Änderst du den Markennamen später, wird er neu geprüft, und deine Anzeigen pausieren so lange.
- Land, Währung und Zeitzone wählen. Diese drei Angaben sind nach dem Anlegen endgültig. Für einen Betrieb in Deutschland heißt das: Deutschland, Euro, deutsche Zeit.
- Abrechnung einrichten. Kreditkarte, Firmenname, Rechnungsadresse und eine E-Mail für Rechnungen. Ohne Abrechnung läuft keine Kampagne. Erschrick nicht, wenn auf der Karte eine vorläufige Reservierung auftaucht. Das ist eine Prüfung, keine Abbuchung, und sie kann je nach Bank 8 Tage oder länger sichtbar bleiben. Deine USt-IdNr. trägst du direkt im Ads Manager ein.
- Logo hochladen und Konto verifizieren. Beides gehört zur Einrichtung, bevor die erste Kampagne laufen kann.
- Team einladen. Unter Settings, Users, Invite holst du weitere Personen dazu. Es gibt drei Rollen: Admin, Member und Viewer.
Verifizierung, Kontofreigabe, Anzeigenprüfung und Auslieferung sind vier getrennte Prüfungen. Ist eine davon erledigt, heißt das noch nicht, dass die anderen auch durch sind.
Schritt 2: Kampagne, Ziel und Budget
Jedes Konto hat drei Ebenen. Die Kampagne legt Ziel, Budget und Länder fest, die Anzeigengruppe ein Thema, und die Anzeige ist das, was Nutzer am Ende sehen.
Zuerst wählst du das Ziel. Bei Views zahlst du pro 1.000 Einblendungen, bei Clicks pro Klick. Das dritte Ziel, Conversions, optimiert auf Anfragen oder Käufe. Abgerechnet wird aber auch dort pro Klick oder pro Einblendung, nie pro Conversion. Überleg dir die Wahl gut, denn das Ziel lässt sich später nicht mehr ändern. Dafür brauchst du dann eine neue Kampagne.
Das Tagesbudget gilt als Durchschnitt über sieben Tage.
Für den Einstieg ist Clicks meist der verständlichste Weg. Du zahlst nur, wenn jemand wirklich auf deiner Seite landet, und siehst schnell, welche Themen Interesse wecken.
Beim Targeting sind die Länder Pflicht. Zusätzlich kannst du die Plattformen eingrenzen, etwa auf die iOS-App oder den Browser am Computer. Je nach Land gehen auch Regionen, Städte oder Postleitzahlen. Neue Konten dürfen anfangs manchmal nur im eigenen Land werben, weitere Länder kommen nach der Identitätsprüfung und einem gewissen Werbevolumen dazu.
Eigene Kundenlisten lässt du in Deutschland vorerst weg. OpenAI rät im EWR davon ab, solange es dort keine personalisierten Anzeigen gibt. Was hier sonst noch anders ist, steht im Beitrag ChatGPT Ads in Deutschland.
- Mindesttagesbudget
- 15 Eurofür Konten in Euro
- Höchstens pro Tag
- 2 × Tagesbudgetim Schnitt über 7 Tage
- Höchstens pro Woche
- 7 × TagesbudgetWoche von Sonntag bis Samstag
Das Tagesbudget ist also ein Durchschnitt. Ein Beispiel: Bei 20 Euro am Tag können an einem starken Tag bis zu 40 Euro ausgegeben werden, in der ganzen Woche aber höchstens 140 Euro. Ist das Wochenbudget früh aufgebraucht, macht die Kampagne bis zum nächsten Sonntag Pause, auch wenn sie als aktiv angezeigt wird.
Statt eines Tagesbudgets kannst du auch ein Gesamtbudget festlegen. Ohne Enddatum verteilt OpenAI es über 60 Tage.
Schritt 3: Anzeigengruppe und Kontexthinweise
In der Anzeigengruppe beschreibst du, in welchen Gesprächen deine Anzeige passt, und legst dein Gebot fest. Keywords wie bei Google gibt es nicht.
Stattdessen schreibst du sogenannte Kontexthinweise. Das sind kurze Beschreibungen der Situation, in der jemand dein Angebot brauchen könnte. Diese Hinweise helfen bei der Zuordnung, sind aber keine exakten Suchbegriffe und garantieren keine Auslieferung. Regionen, Uhrzeiten oder Ausschlüsse steuerst du damit auch nicht. Das Gebiet stellst du in der Kampagne ein.
Zurück zu unserem Badbetrieb. Er legt eine Gruppe für die Frage „Was kostet ein neues Bad?“ an und eine zweite für „Wie lange dauert ein Badumbau?“. In jede Gruppe kommen mehrere Hinweise in der Sprache, in der Kunden wirklich fragen, etwa „Kosten für eine bodengleiche Dusche“ oder „wie lange ohne Bad während der Sanierung“. Kleine, klar getrennte Gruppen kannst du später viel besser vergleichen als eine große Sammelgruppe.
Beim Gebot gibt OpenAI eine Orientierung: Für Klick-Kampagnen sind zum Start 3 bis 5 US-Dollar als Höchstgebot pro Klick empfohlen. Für Conversion-Kampagnen gibt es noch keine Empfehlung.
Bei neuen Anzeigengruppen ist oft die automatische Strategie „Maximize results“ voreingestellt. Die Strategie versucht, möglichst viele Ergebnisse aus deinem Budget zu holen, einen festen Preis pro Anfrage verspricht sie aber nicht. Arbeitest du mit festen Geboten, muss das Tagesbudget mindestens so hoch sein wie dein höchstes Gebot.
Schritt 4: Die Anzeige selbst
Eine Anzeige besteht aus Markenname, Logo, Titel, Text, Zielseite und Bild. Viel Platz für Worte hast du nicht.
Was kostet ungefähr ein neues Bad mit bodengleicher Dusche?
| Teil | Vorgabe |
|---|---|
| Titel | empfohlen 16 bis 24 Zeichen, höchstens 50 |
| Text | empfohlen 32 bis 48 Zeichen, höchstens 100 |
| Bild | PNG oder JPG, quadratisch, höchstens 1200 × 1200 Pixel, öffentlich abrufbar |
| Zielseite | erreichbar für OAI-AdsBot |
Der Titel greift am besten die Frage aus dem Gespräch auf, der Text nennt einen klaren Grund zum Klicken. Für den Badbetrieb könnte das so aussehen: Titel „Neues Bad zum Festpreis“, Text „Beratung vor Ort, Angebot in einer Woche“. Beides passt in die empfohlenen Längen.
Inhaltlich gelten die üblichen Regeln: nichts Irreführendes, keine Diskriminierung, und die Anzeige darf nicht wie die Oberfläche von ChatGPT aussehen. Das gilt für Text, Bild und Zielseite gleichermaßen.
Mit den sogenannten Creative Enhancements darf OpenAI Titel und Texte umschreiben oder übersetzen, Bilder anpassen und Ziel-URLs verändern. Ab Donnerstag, 29. Oktober 2026, ist das für neue und bestehende Kampagnen automatisch eingeschaltet, und die veränderten Fassungen laufen ohne deine Freigabe. Wenn du genau wissen willst, welcher Text unter deinem Namen erscheint, schalte es im Ads Manager ab.
Schritt 5 und 6: Prüfung, Start und Messung
Nach dem Start wird deine Anzeige geprüft, größtenteils automatisch und mit menschlicher Kontrolle. Liefert eine neue Kampagne nach 24 Stunden noch nicht aus und ist kein Grund erkennbar, meldest du das dem Support.
Damit du siehst, ob aus Klicks Anfragen werden, richtest du die Messung ein. Dafür legst du im Ads Manager eine Datenquelle an und schickst Conversions über den OpenAI Pixel auf deiner Website, über die Conversions API von deinem Server oder über beides. Für einen Handwerksbetrieb passt meist das Standard-Event lead_created, also eine eingegangene Anfrage.
Zusätzlich möglich: Daten direkt vom Server über die Conversions API.
- Pixel einbauen. Das Script wird mit deiner Pixel-ID gestartet, eine Conversion meldest du mit oaiq("measure", ...). Den Google Tag Manager darfst du dafür nutzen, solange er die Reihenfolge der Aufrufe nicht verändert.
- Einwilligung klären. In Deutschland darf der Pixel erst messen, wenn deine Besucher zugestimmt haben. Von Haus aus startet er aber mit erteilter Einwilligung. Er muss also an dein Cookie-Banner gekoppelt werden, technisch geht das über den Befehl oaiq("consent", ...). Dafür bist du als Werbetreibender verantwortlich, die Details klärst du am besten mit deinem Datenschutzberater.
- Geduld bei den Zahlen. Einblendungen und Klicks siehst du nach etwa 15 Minuten, Kosten nach 7 bis 8 Stunden und Conversions nach 24 bis 48 Stunden.
Noch ein Punkt, der viele überrascht: Wenn du eine Kampagne pausierst, können Anzeigen noch bis zu 24 Stunden weiterlaufen, und diese Kosten werden berechnet. Plane Pausen also mit einem Tag Vorlauf, etwa vor Betriebsferien.
Wie du den Bericht liest und welche Rollen es im Konto gibt, erkläre ich im Beitrag zum OpenAI Ads Manager.
Selbst machen oder machen lassen?
Die erste Kampagne schaffst du mit dieser Anleitung selbst. Die eigentliche Arbeit beginnt danach.
Welche Gesprächssituationen bringen Anfragen, welche nur Klicks? Welche Anzeige schwächelt, welcher Text sollte gegen einen neuen antreten, wo muss das Gebot nach oben? Und misst das Tracking noch sauber? Das kostet jede Woche Zeit, gerade in den ersten Monaten.
- ChatGPT wie Google behandeln
- Eine Kampagne, eine Anzeige
- Ein Text für jedes Gespräch
- Gebot einmal einstellen
- 30 Gesprächssituationen, einzeln messbar
- 2 Anzeigen je Situation im Vergleich
- Schwache pausieren, Gewinner ausbauen
- Gebote und Budget laufend nachsteuern
Genau das übernehme ich in meiner Betreuung für ChatGPT Ads: Einrichtung von Konto und Conversion-Tracking, 30 Gesprächssituationen mit je 2 Anzeigen, laufende Optimierung und ein verständlicher Monatsreport. Das kostet 399 Euro im Monat zzgl. MwSt. bei 4 Monaten Mindestlaufzeit. Dein Werbebudget zahlst du direkt an OpenAI, es läuft nicht über mich.
Ob sich der Kanal für dein Angebot lohnt, sage ich dir gern vorher. Alle Details stehen auf der Seite ChatGPT Ads schalten lassen.
Häufige Fragen
Wie viel Budget brauche ich mindestens?
Für Konten in Euro liegt das Mindesttagesbudget bei 15 Euro. Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt über sieben Tage: An einzelnen Tagen kann bis zum Doppelten ausgegeben werden, in der Woche aber höchstens das Siebenfache.
Kann ich ChatGPT Werbung auf Keywords schalten?
Nein. Statt Keywords hinterlegst du in der Anzeigengruppe Kontexthinweise, die beschreiben, in welchen Gesprächen deine Anzeige passt. Das sind keine exakten Suchbegriffe, eine Auslieferung in bestimmten Gesprächen ist damit nicht garantiert.
Wie lange dauert die Prüfung meiner Anzeige?
Die Prüfung läuft größtenteils automatisch mit menschlicher Kontrolle. Liefert eine neue Kampagne nach 24 Stunden noch nicht aus und ist kein Hindernis erkennbar, solltest du das dem Support von OpenAI melden.
Kann ich nur in meiner Region werben?
Neben Ländern unterstützt ChatGPT Ads auch Regionen, Städte und Postleitzahlen, sofern das im jeweiligen Land angeboten wird. Das Gebiet stellst du in der Kampagne ein, nicht in den Kontexthinweisen.
Welche Zahlungsmethoden gibt es?
Im Self-Service zahlst du per Kreditkarte. Belastet wird, sobald dein Konto eine Zahlungsschwelle erreicht, und am Monatsende für den Rest. Rechnungskauf gibt es nur für berechtigte, vom Vertrieb betreute Konten.
Bezahle ich pro Anfrage?
Nein. ChatGPT Ads rechnet pro 1.000 Einblendungen oder pro Klick ab. Auch Kampagnen mit dem Ziel Conversions zahlst du pro Klick oder Einblendung, nie pro Conversion.
Was muss ich vor dem 29. Oktober 2026 tun?
Ab diesem Tag schaltet OpenAI die Creative Enhancements für neue und bestehende Kampagnen automatisch ein. OpenAI darf dann Texte umschreiben oder übersetzen, Bilder anpassen und Ziel-URLs ändern. Wenn du das nicht willst, schalte es vorher im Ads Manager ab.
Stand: 21.10.2026. Grundlage sind das Hilfe-Center von OpenAI für Werbetreibende, die OpenAI-Werberichtlinien und die Entwicklerdokumentation zum OpenAI Pixel. ChatGPT Ads ist ein junges Produkt, Details ändern sich laufend.
Christoph Jacobs
Marketing-Jacobs · Google Ads, SEO und ChatGPT Ads
Christoph Jacobs ist selbstständiger Online-Marketer und Performance Marketing Expert, zertifiziert von TÜV Rheinland. Er richtet ChatGPT Ads, Google Ads und SEO für Handwerk, Mittelstand und Dienstleister ein.
