Seit wann gibt es ChatGPT Ads in Deutschland?
Seit Ende August 2026. Am 18. August hat OpenAI angekündigt, ChatGPT Ads auf 31 europäische Länder auszuweiten, darunter Deutschland und Österreich. Seit dem 31. August können Unternehmen ihre Anzeigen hier auch selbst über den Ads Manager buchen.
In den ersten Tagen lief der Zugang nur über das Vertriebsteam von OpenAI sowie über Agentur- und Technologiepartner. Mit dem Self-Service hat sich das geändert. Seitdem kann auch ein kleiner Betrieb mit Sitz in Deutschland ein eigenes Werbekonto anlegen. Entscheidend ist dabei der Sitz der Firma, die wirbt und die Rechnung bekommt. Die Ankündigung von OpenAI zum Start in Europa fasst den Ablauf zusammen.
Für OpenAI ist Europa die bisher größte Ausweitung. Angefangen hatte alles im Februar 2026 mit einem Test in den USA, danach kamen acht weitere Märkte wie Kanada, Großbritannien und Japan dazu. Was die Anzeigen grundsätzlich sind und wer sie sieht, erklärt der Beitrag ChatGPT Werbung.
Für Betriebe in Deutschland heißt das: Der Kanal ist neu, Erfahrungswerte fehlen noch, und der Ads Manager läuft als Beta. Wer früh startet, lernt früh, muss aber auch mit Änderungen rechnen. Das beste Beispiel dafür steht am Ende dieses Beitrags.
Was ist in der EU anders?
Vor allem die Personalisierung. Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz gibt es zunächst keine personalisierten Anzeigen.
Ausgewählt wird die Anzeige deshalb nach dem aktuellen Gespräch und groben Angaben wie ungefährem Standort und Sprache. Für dich heißt das: Es zählt, worüber jemand gerade mit ChatGPT spricht, nicht, wer er ist. Fragt jemand nach einer Location für eine Hochzeit mit 80 Gästen, passt die Anzeige einer Eventlocation, ganz egal, was die Person letzte Woche gefragt hat.
Wir suchen eine Location für eine Hochzeit mit 80 Gästen.
- Das aktuelle Gespräch
- Ungefährer Standort
- Sprache
- Frühere Chats
- Persönliches Profil
- Eigene Kundenlisten
Daraus folgt eine zweite Regel. Eigene Zielgruppen aus Kundenlisten solltest du im EWR vorerst nicht nutzen, OpenAI rät davon ab, solange die Personalisierung hier nicht verfügbar ist. Wer aus anderen Werbesystemen gewohnt ist, mit Kundenlisten zu arbeiten, muss hier also umdenken.
Beim Tracking musst du in Deutschland besonders aufpassen. Der OpenAI Pixel startet von Haus aus mit erteilter Einwilligung. Er muss also an dein Cookie-Banner gekoppelt werden, damit er erst nach Zustimmung misst. Dafür bist du als Werbetreibender selbst verantwortlich. Die Details klärst du am besten mit deinem Datenschutzberater.
Vertragspartner, Rechnung und Steuern
Sitzt dein Unternehmen im EWR oder in der Schweiz, ist die OpenAI Ireland Ltd. dein Vertragspartner. Es gilt irisches Recht.
- Kreditkarte. Im Self-Service zahlst du per Kreditkarte. Rechnungskauf gibt es nur für berechtigte, vom Vertrieb betreute Konten.
- USt-IdNr. Deine Steuernummer trägst du direkt im Ads Manager ein. Das gilt für künftige Rechnungen, nicht rückwirkend. Trag sie also gleich am ersten Tag ein.
- Land und Währung. Land, Währung und Zeitzone sind nach dem Anlegen fest. Wer in Euro abrechnen will, muss das beim Anlegen wählen.
- Vorläufige Belastung. Beim Hinterlegen der Karte kann eine Reservierung erscheinen, die je nach Bank 8 Tage oder länger sichtbar bleibt. Das ist keine echte Abbuchung.
Arbeitest du mit einer Agentur, gelten eigene Regeln: Die Agentur braucht eine schriftliche Vereinbarung mit dir und haftet gegenüber OpenAI für die Zahlungen. Wie Rollen und Zugänge im Konto funktionieren, steht im Beitrag zum OpenAI Ads Manager.
Welche Branchen dürfen nicht werben?
Für Deutschland besonders wichtig: Kanzleien und andere Rechtsdienstleister dürfen außerhalb der USA derzeit nicht werben. Gesundheitsdienstleistungen sind grundsätzlich ebenfalls ausgeschlossen.
| Bereich | Außerhalb der USA |
|---|---|
| Rechtsdienstleistungen, etwa Kanzleien | nicht erlaubt |
| Gesundheitsdienstleistungen | grundsätzlich nicht erlaubt, Gesundheitssoftware und Infrastruktur sind erlaubt |
| Finanzdienstleistungen | grundsätzlich nicht erlaubt, einzelne Bereiche wie Versicherungen oder Kredite nur für ausgewählte, freigegebene Werbetreibende, Finanzsoftware ist erlaubt |
| Einzelne Stellenanzeigen und einzelne Immobilienangebote | nicht erlaubt |
| Alkohol über 0,5 Prozent, Tabak, Glücksspiel, politische Inhalte | nicht erlaubt |
Erlaubt sind in der Anfangsphase vor allem Konsumthemen: Haushalts- und Konsumgüter, lokale Dienstleistungen, Reisen und Unterhaltung sowie digitale Produkte und Bildung. Für Handwerksbetriebe, Dienstleister vor Ort, Eventlocations oder Onlineshops sieht das gut aus. Pflegedienste, Arztpraxen, Versicherungsmakler oder Kanzleien sollten dagegen vor dem Start genau prüfen, ob ihr Angebot unter eine Sperre fällt.
Zwei erfundene Beispiele machen den Unterschied greifbar. Ein Gutshof, der Räume für Hochzeiten und Firmenfeiern vermietet, passt gut zu den lokalen Dienstleistungen und zur Unterhaltung. Eine Physiotherapiepraxis bietet dagegen eine Gesundheitsdienstleistung an und fällt damit grundsätzlich unter die Sperre, auch wenn sie sonst ein typischer Betrieb vor Ort ist.
Die vollständige Liste steht in den Werberichtlinien von OpenAI. Dort findest du auch einen Satz, den du kennen solltest: OpenAI kann Werbetreibende oder Anzeigen aus jedem Grund ablehnen, auch aus geschäftlichen.
Was kostet es in Euro?
Das Mindestbudget für Konten in Euro liegt bei 15 Euro am Tag. Wer in Schweizer Franken abrechnet, braucht mindestens 20 Franken.
Für das Gebot gibt OpenAI eine Orientierung in US-Dollar: Für Klick-Kampagnen sind zum Einstieg 3 bis 5 US-Dollar pro Klick empfohlen. Übliche Klickpreise für Deutschland oder einzelne Branchen gibt es noch nicht, dafür ist der Kanal zu jung.
Das Tagesbudget gilt als Durchschnitt über sieben Tage.
Abgerechnet wird pro 1.000 Einblendungen oder pro Klick, nie pro Conversion. Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt über sieben Tage. An einem einzelnen Tag kann also bis zum Doppelten ausgegeben werden, über die Woche aber nie mehr als das Siebenfache.
Eine einfache Rechnung zeigt, womit du mindestens planen solltest: 15 Euro am Tag sind rund 450 Euro Werbebudget im Monat. Wie viele Klicks und Anfragen daraus werden, zeigt erst der Test mit deinem Angebot.
Wenn du die Betreuung abgibst, kommen bei mir 399 Euro im Monat zzgl. MwSt. dazu, bei 4 Monaten Mindestlaufzeit. Darin stecken Einrichtung, Kampagnenaufbau und laufende Optimierung. Das Werbebudget zahlst du direkt an OpenAI. Was genau enthalten ist, steht auf der Seite zur ChatGPT Ads Betreuung für Betriebe in Deutschland.
Das Startguthaben für neue Konten
OpenAI wirbt auf ads.openai.com mit einem Angebot für neue Werbetreibende: Wer 500 Dollar ausgibt, bekommt 500 Dollar Werbeguthaben dazu.
Die genauen Bedingungen stehen im jeweiligen Angebot, also in der E-Mail oder Mitteilung, mit der OpenAI das Guthaben anbietet. Lies sie genau, bevor du dein Budget danach planst. Ein paar Regeln gelten grundsätzlich:
- Verfall. Wenn im Angebot nichts anderes steht, verfällt Guthaben 90 Tage nach der Gutschrift.
- Nicht kombinierbar. Guthaben lässt sich nicht mit anderen Gutschriften, Rabatten oder Aktionen kombinieren.
- Erst ausgeben, dann gutschreiben. Das Guthaben gilt für Kosten nach der Gutschrift. Die Ausgaben, mit denen du dich qualifiziert hast, werden nicht erstattet.
Ab 29. Oktober: automatische Creative Enhancements
Ab Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, schaltet OpenAI die Creative Enhancements für neue und bestehende Kampagnen automatisch ein. Abschalten kannst du sie vorher oder jederzeit im Ads Manager.
Mit dieser Funktion darf OpenAI Titel und Texte umschreiben, übersetzen, Bilder anpassen und Ziel-URLs verändern. Die veränderten Fassungen laufen, ohne dass du jede einzeln freigeben musst.
Meine Empfehlung für Betriebe in Deutschland: Entscheide vor dem 29. Oktober bewusst, ob du das willst. Ein umgeschriebener Text kann bei Preisen, Leistungsversprechen oder Pflichtangaben schnell danebenliegen. Sinnvoll ist, die Funktion bei neuen Kampagnen erst einmal abzuschalten und später gezielt in einzelnen Anzeigengruppen zu testen.
Wie du eine Kampagne selbst anlegst, zeigt die Anleitung ChatGPT Werbung schalten. Oder du gibst das ab: Ich prüfe deine Branche gegen die Richtlinien, richte Konto und Tracking ein und betreue die Kampagne. Alles Weitere auf meiner Seite zur Betreuung.
Häufige Fragen
Seit wann gibt es ChatGPT Ads in Deutschland?
OpenAI hat die Ausweitung auf 31 europäische Länder am 18. August 2026 angekündigt, die Anzeigen starteten Ende August. Seit dem 31. August 2026 können Unternehmen in Deutschland ihre Kampagnen auch selbst über den Ads Manager anlegen.
Gibt es personalisierte Anzeigen in Deutschland?
Zunächst nicht. Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz sind personalisierte Anzeigen anfangs nicht verfügbar. Ausgewählt wird nach dem aktuellen Gespräch, dem ungefähren Standort und der Sprache.
Darf meine Kanzlei in ChatGPT werben?
Derzeit nicht. Die Werberichtlinien von OpenAI verbieten Anzeigen für Rechtsdienstleistungen außerhalb der USA. Das gilt also auch für Kanzleien in Deutschland.
Mit wem schließe ich den Vertrag?
Unternehmen mit Sitz im EWR oder in der Schweiz schließen den Vertrag mit der OpenAI Ireland Ltd. Es gilt irisches Recht.
Wie hoch ist das Mindestbudget in Euro?
Für Konten in Euro liegt das Mindesttagesbudget bei 15 Euro, also rund 450 Euro im Monat. Eine Gebotsempfehlung gibt OpenAI nur in US-Dollar: 3 bis 5 Dollar pro Klick für Klick-Kampagnen.
Brauche ich für das Tracking eine Einwilligung?
Ja, in Deutschland darf der OpenAI Pixel erst nach Zustimmung im Cookie-Banner messen. Weil der Pixel von Haus aus mit erteilter Einwilligung startet, musst du ihn an dein Banner koppeln. Dafür bist du als Werbetreibender verantwortlich.
Was passiert am 29. Oktober 2026?
Ab diesem Tag schaltet OpenAI die Creative Enhancements für neue und bestehende Kampagnen automatisch ein. OpenAI darf dann Texte umschreiben oder übersetzen, Bilder anpassen und Ziel-URLs ändern. Du kannst das im Ads Manager abschalten.
Stand: 21.10.2026. Grundlage sind die Ankündigung von OpenAI zum Start in Europa, das Hilfe-Center von OpenAI für Werbetreibende, die OpenAI-Werberichtlinien, die Werbebedingungen und die Bedingungen für Werbeguthaben. ChatGPT Ads ist ein junges Produkt, Details ändern sich laufend.
Christoph Jacobs
Marketing-Jacobs · Google Ads, SEO und ChatGPT Ads
Christoph Jacobs ist selbstständiger Online-Marketer und Performance Marketing Expert, zertifiziert von TÜV Rheinland. Er betreut ChatGPT Ads, Google Ads und SEO für Betriebe in ganz Deutschland.
